WEBVTT

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Stickstoff ist ein Grundbaustein der Natur und findet sich in Luft, Wasser und Boden,

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in Pflanzen und Tieren und natürlich auch im Menschen.

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00:00:20.160 --> 00:00:23.440
Das meiste davon ist gasförmiger, elementarer Stickstoff,

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00:00:23.440 --> 00:00:25.400
der Rest ist reaktiver Stickstoff,

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00:00:25.620 --> 00:00:29.080
also Stickstoffverbindungen, die sich schnell umwandeln können

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00:00:29.180 --> 00:00:32.700
z.B. Nitrat, Ammoniak, Stickstoffoxide oder Lachgas.

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00:00:33.640 --> 00:00:37.560
Durch den Menschen hat sich die jährliche Freisetzung

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00:00:37.560 --> 00:00:40.340
reaktiven Stickstoffs seit Mitte des 19. Jahrhunderts verzehnfacht.

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00:00:40.720 --> 00:00:44.380
Dies führt zu erheblichen Umweltproblemen und Gesundheitsrisiken.

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00:00:48.780 --> 00:00:52.580
Stickstoffbelastungen entstehen bei der Energieerzeugung und in der Industrie,

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00:00:52.700 --> 00:00:55.860
wenn fossile Rohstoffe, zum Beispiel Kohle, verbrannt werden

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aber auch durch Abgase im Verkehr.

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00:00:59.320 --> 00:01:03.800
Den größten Anteil in Deutschland hat jedoch,  mit mehr als 60 Prozent, die Landwirtschaft.

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00:01:03.800 --> 00:01:08.800
Besonders die Düngung mit Gülle und synthetischem Stickstoffdünger erhöht die Einträge in die Umwelt.

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00:01:08.800 --> 00:01:12.280
Denn ein großer Teil des Stickstoffs wird nicht von den Pflanzen aufgenommen.

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00:01:12.280 --> 00:01:15.660
Er landet in der Atmosphäre, in Gewässern und in Böden.

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Zusätzlich belasten die Emissionen aus der Tierhaltung die Atmosphäre.

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00:01:23.860 --> 00:01:27.180
Der Stickstoffüberschuss stört das Gleichgewicht der Ökosysteme.

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00:01:27.180 --> 00:01:30.560
Stickstoffliebende Pflanzen verdrängen andere Pflanzenarten.

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00:01:30.560 --> 00:01:33.500
Darunter leidet die biologische Vielfalt.

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In Gewässern kommt es durch zu viel Stickstoff zu einem hohen Nährstoffeintrag.

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00:01:37.840 --> 00:01:42.040
Diese so genannte Eutrophierung beschleunigt das Algenwachstum.

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00:01:42.300 --> 00:01:46.040
Im Boden wird der überschüssige Stickstoff als Nitrat ausgewaschen

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00:01:46.040 --> 00:01:49.260
und belastet das Grundwasser, aus dem unser Trinkwasser gewonnen wird.

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00:01:49.260 --> 00:01:53.360
Nitrat kann krebserzeugend wirken und ist vor allem für Säuglinge gefährlich.

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00:01:53.360 --> 00:01:57.760
Deshalb muss unser Trinkwasser von vielen Wasserversorgern aufbereitet werden

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– das ist aufwändig und teuer.

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00:02:00.740 --> 00:02:04.900
Problematisch ist auch die erhöhte Freisetzung von Lachgas in die Atmosphäre.

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00:02:04.900 --> 00:02:12.440
Lachgas ist als Treibhausgas 265-mal wirksamer als CO2 und trägt damit zum Klimawandel bei.

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00:02:12.440 --> 00:02:18.920
Stickstoffoxide, insbesondere Stickstoffdioxid, gelangen vor allem durch Dieselmotoren in die Luft

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00:02:18.920 --> 00:02:21.220
und belasten Umwelt und Gesundheit.

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00:02:21.560 --> 00:02:28.180
Stickstoffdioxid kann besonders in Kombination mit Feinstaub die Atemwege sowie das Herz- und Kreislaufsystem schädigen.

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00:02:29.600 --> 00:02:32.740
Die Stickstoffemissionen stammen aus verschiedenen Quellen.

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00:02:32.740 --> 00:02:37.660
Dazu zählen auch wichtige Bereiche unseres Lebens wie Ernährung, Mobilität, Energienutzung.

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00:02:37.660 --> 00:02:40.100
Handeln müssen wir deshalb alle gemeinsam.

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00:02:40.100 --> 00:02:45.540
Die Umweltpolitik muss konsequent auf die Durchsetzung und Einhaltung von Umweltzielen achten

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00:02:45.540 --> 00:02:51.260
und übergreifende Strategien entwickeln, wie die Stickstoffbelastungen gesenkt werden können.

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00:02:52.300 --> 00:02:57.320
Aber auch jede und jeder Einzelne kann etwas tun und die eigenen Stickstoffemissionen gering halten.

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Dazu gehört:

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Energie sparen, erneuerbare Energien nutzen und so wenig Treibstoff wie möglich verbrauchen.

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Weniger Fleisch, Eier und Milchprodukte essen.

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Pro Kg entweicht bei der Erzeugung tierischer Produkte deutlich mehr Stickstoff in die Umwelt als bei pflanzlichen.

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Und im eigenen Garten lassen sich Stickstoffeinträge minimieren,

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indem man mit stickstoffhaltigen Düngern, egal ob mineralisch oder organisch, nur wenig und gezielt düngt.

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Als Faustregel gilt:

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Klimaschonendes Handeln reduziert fast immer auch die Emission reaktiver Stickstoffverbindungen.

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Und das ist gut für Mensch und Umwelt!

